Plurale Ökonomik Mannheim


Vortrag von Heiner Flassbeck & Paul Steinhardt

Die Globalisierung war eine wunderbare Idee. Nachdem die große politische Spaltung in Ost und West, in Plan und Markt nach dem Fall der Berliner Mauer überwunden war, schien der friedlichen Kooperation aller Menschen nichts mehr im Wege zu stehen. Warum sollten die Menschen nicht in Freiheit miteinander kommunizieren und arbeiten und damit gemeinsam ihre persönliche Wohlfahrt mehren können?

Die hinter diesem Konzept der Globalisierung stehende Philosophie war denkbar einfach: Würde man nur die nationalen institutionellen Hürden aus dem Weg räumen, bildete sich auf globaler Ebene eine spontane gesellschaftliche Ordnung, in die sich jeder Einzelne nach seinen individuellen Fähigkeiten zum Nutzen aller einbringen könnte.

Es hätte nicht der Wahl eines Präsidenten Trump bedurft, um zu sehen, dass der ökonomische und politische Liberalismus, der die gesamte Welt in den vergangenen vierzig Jahren mehr als jede andere Idee geprägt hat, kläglich gescheitert ist.

Die Unzufriedenheit vieler Menschen, die in der Wahl eines offen reaktionären Präsidenten zum Ausdruck kam, belegt nicht nur die politische Unfähigkeit des Liberalismus, die nötige Balance zwischen Freiheit und Gleichheit zu wahren, sondern vielmehr noch seine Unfähigkeit, die sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhänge in komplexen modernen Gesellschaften in ihrer Interaktion angemessen zu deuten und darauf basierend tragfähige politische Konzepte zu entwickeln.
Die beiden Autoren belegen diese Thesen zu den Ursachen des Scheiterns der liberalen Globalisierung ausführlich in ihrem Buch. Auf dieser Basis entwickeln sie dann ein wirtschaftspolitisches Fundament, das es erlaubt, die Zusammenarbeit der Nationen zu fördern.

 

Ihre Quintessenz lautet: Der demokratische Nationalstaat braucht eine globale Ordnung und die globale Ordnung braucht handlungsfähige Nationalstaaten.

Zu den Autoren

Heiner Flassbeck ist Honorarprofessor an der Universität Hamburg, war Chef-Volkswirt der UNCTAD und Staatssekretär im BMF. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Globalisierung, die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung und Geld- und Währungstheorie. Er ist Autor vieler Sachbücher und publiziert regelmäßig zu wirtschaftspolitischen Themen. Zusammen mit seinem Ko-Autor ist er Herausgeber der Zeitschrift Makroskop.

Paul Steinhardt arbeitete für deutsche Banken und deren Tochtergesellschaften im In- und Ausland in Führungspositionen im Bereich der »Strukturierten Finanzierungen«. Er promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt über Grundlagenfragen einer realistischen Theorie der Marktwirtschaft. Er publiziert u.a. zu Fragen der Geldtheorie und der Finanzmarkt- und Bankenregulierung.



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Wir sind seit dem Herbst-/Wintersemester 2014 eine anerkannte studentische Initiative an der Universität Mannheim und seit dem Frühjahrs-/Sommersemester 2016 auch ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Ebenso wie über 20 weitere Hochschulgruppen in ganz Deutschland sind wir Teil des „Netzwerks Plurale Ökonomik“.

 

Unser Ziel ist es, den Diskurs innerhalb der Volkswirtschaftslehre zu befördern. Wir möchten diese Auseinandersetzung konstruktiv führen, unser Ausgangspunkt ist dabei die kritische Reflexion des Status quo. Eines unserer Kernanliegen ist die Forderung nach einer größeren Pluralität in Theorie und Methodik sowie nach einer verstärkten Öffnung für die Erkenntnisse anderer wissenschaftlicher Disziplinen, vor allem anderer Sozialwissenschaften.

 

Unsere Initiative lebt sehr vom Mitmachen! Daher wünschen wir Dir einen informativen Streifzug durch die nachfolgenden Seiten unserer Homepage und freuen uns sehr, wenn wir Dich bald persönlich bei uns begrüßen können.

 

Die Pluralos Mannheim